Häuser: Sonnenhof

Altstätterstrasse 1
1761

Der Doppelpalast wurde 1761 vermutlich vom Teufner Baumeister Johannes Grubenmann im Auftrag von Bartholome Honnerlag-Walser erbaut. Das Haus war für seinen Sohn Bartholome bestimmt, der sich 1765 mit Rosina Zellweger, der Tochter des Handelsherrn Conrad Zellweger (Bauherr Landsgemeindeplatz 4) und dessen zweiter Ehefrau Marie Ehrliholzer, vermählte.

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Sonnenhof 2014 (Foto: KBAR)

Bis 1825 stand zwischen dem im Barock- und Rokokostil erbauten Sonnenhof und dem Landsgemeindeplatz noch das alte, hölzerne Pfarrhaus von 1755.

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Blick vom Landsgemeindeplatz auf den Sonnenhof, nachdem das 1755 erbaute Pfarrhaus im Jahr 1825 entfernt worden war; der Park mit Wegen und Sitzgelegenheit führte direkt auf den Platz, auf dem bis 1858 noch der Dorfbrunnen stand. Letzterer musste dem Strassenbau der Hauptstrasse von Trogen nach Wald weichen

Der Sonnenhof war in den ersten knapp 150 Jahren ein Ärztehaus. 1764 eröffnete der junge Arzt und spätere Landesstatthaler Bartholome Honnerlag-Zellweger (1740–1815) darin eine Praxis und eine Klinik für Geisteskranke. Sein Sohn Conrad Honnerlag-Tobler, ebenfalls Arzt, verkaufte den Sonnenhof 1838 an Landammann und Arzt Jakob Zellweger-Hünerwadel. Dessen Sohn, der Arzt Otto Hans Zellweger-Krüsi, leitete darin zusammen mit seiner Frau Anna Mathilde bis 1908 die Zellweger’sche Kinderkuranstalt, die er 1881 nach dem Vorbild der Ferienkolonie-Bewegung des ehemaligen Trogner Pfarrers Hermann Walter Bion, jedoch nicht für erholungsbedürftige Arbeiterkinder, sondern für Kinder gut situierter Eltern, eingerichtet hatte. Ab 1895 wuchs Sophie Taeuber in unmittelbarer Nachbarschaft der Kinderkuranstalt auf. Anna Mathilde Zellweger war die Schwester ihrer Mutter Sophie Taeuber-Krüsi.

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Sophie Taeuber als Mädchen steht Modell für eine Werbepostkarte der Zellweger’schen Kinderkuranstalt, ca. 1901

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Ansichtskarte der Zellweger’schen Kinderkuranstalt, 1908

Seit 1949 ist das Haus im Besitz der Bäcker- und Konditorfamilie Ruckstuhl.